Die "Köstenbauer Briefe"

Am Vorabend des 1.Weltkrieges umfasste das k.u.k. Dragoner-Regiment No.5 an Aktiven 49 Offiziere und 1139 Mannschaften sowie 76 Offiziers– und 1027 Dienstpferde.
Die Nationalitäten setzten sich zusammen aus 51 % Slowenen, 44 % Deutsche, 5 % Sonstige.
Einer der Mannschaften war der Dragoner Ludvig Köstenbauer, zumindest nachweisbar für die Zeit von September 1914 bis Oktober 1918. Ludvig Köstenbauer, war bei Kriegsausbruch 1914 etwa 32 Jahre alt, stammt vermutlich aus einer Familie aus Windisch-Feistritz (Slovensko-Bistrica), die im Zuge der damaligen Industralisierung nach Wien übersiedelt war.
Er war mit Maria, damals 27 Jahre alt, verheiratet.
Sie wohnten in der Paletzgasse 32 in der neuen Arbeiter-Vorstadt Hernals - Ottakring. Das Haus strahlt noch heute den Charme der Jahrhundertwende-Häuser um 1900 aus.
Es sind rund 1oo Feldpostkarten und -Briefe dieses Dragoners
Ludvig Köstenbauer an seine Frau Mizi in Wien erhalten. Der "Kavalleristische Reitverein Fünfer Dragoner" hat es sich zur Aufgabe gemacht die Tradition des Regimentes des Dragoner Köstenbauer fortzuführen und an dieses zu erinnern.
Unter anderem wird versucht die Dokumente durch Transskription für die Zukunft einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Die Karten und Briefe sind in einer Art untersteirischem Dialekt verfasst, die Form der Schrift, die Groß/Klein- und Recht-Schreibung ist recht unkonventionell. Vieles ist aus heutiger Sicht schwer verständlich...
Der erste erhaltene Brief von Ludvig Köstenbauer an seine Frau Maria stammt vom 17.9.1914.

Ein ganz besonderer Dank gilt Herrn Dr.Elmar Schneider, welcher in unzähligen Stunden die gesamte Korrespondenz des Ludwig Köstenbauer aus dem Kurrent in Normalschrift transskribiert hat. Zudem hat er alle Dokumente katalogisiert und mit ausführlichen Begleittexten über den historischen Hintergrund versehen.