Briefe 1915

7.1.1915, Feldpostamt 32

 

Liebste Mizi, habe heute gerade am Neujahrstag Zwei Brief und zwei Karten mit Freude erhalten. Liebe Mizl, bevor ich Dir weiter schreibe grüße Dich Recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund Bin. Nur Abzess hab ich bekommen, der mich so martert.Gerade auf der Achsel. Jetzt ist er gut. Jetzt bekomme ich schon wieder anderen. Liebe Mizl, schicke mir eine Schneehaube und ein warmes Hemd und Hose und Briefpapier und Karten, Bleistift und Zigarren oder Zigaretten. Da bekomm ich nichts zum kaufen und eine Schokolade. So bitte Dich, schicke mir bald. Es grüßt und küßt Dich Dein Mann Ludwig m. glückliches Neujahr.

 

 

9.1.1915, Feldpostamt 32

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe bekannt, dass ich noch ganz gesund bin und dass ich Deine Karte von Grinzing mit Freuden erhalten habe. Liebe Mizi, Du weisst gar nicht, was für eine Freude habe, wenn ich von Dir was bekomme. Wenn die Post kommt, da wartet schon ein jeder mit Freuden, und wenn nicht kommt, da schaut ein Jeder traurig drein. Und wenn man was bekommt, da is man so lustig und tut einem nichts weh. Lieb...e Mizl, schreib mir einen langen Brief wieder, was Du machst zuhause. Hast mein Radel ja gut abgeputzt und die Luft musst Du auslassen, sonst sind die Schläuche hin und aufhängen und die Kette, dass diese nicht wegkommt. Ich möchte´ sie schon so gern einmal sehen und Radel fahren. Und Mizl, wenn Du mir was schicken tust, schick mir Deine Zeitung mit. Ich möchte´ gern einmal lesen. Und was macht der Schmit und der Franz? Kommt er noch zu Dir und der Faisneg?

 

Liebe Mizi, schreib mir auch was mit der Tilli und Lini is´. haben sie noch den gleichen Posten? Und kommen noch zu Dir? Und was is´ in Simmering der Tante? Ich hab ihr auch eine Karte geschrieben. Jetzt tu was hin. Hier is´ der Leopold eingerückt. Geh nur einmal hin, dass mir schreiben kannst, wie´s ihr geht. Ob der Ferdinand und Zenzerl was schreiben? Ich kann mit keinem zusammen kommen. Mir geht´s jetzt gut. Jetzt hab ich ein gutes Pferd bekommen. Das geht mir überall hin, wo ich will. Des hab´ ich so gern. Wenn ich ein bisschen Brot habe so geb ihm schon. Liebe Mizl, schreib mir nur oft. Du kannst öfter schreiben wie ich und Du aufpassen, dass alles in Ordnung hast zuhause. Und wenn einmal lass ich alle grüßen. Und jetzt muss ich mein schlechtes Schreiben schließen mit viel tausend Grüßen und Küssen von Deinem Dich liebenden und nie vergessenden Mann Ludvig. Lebe wohl, mein Alles. Bis auf ein glückliches Wiedersehen. Gute Nacht, Du wirst so schon gut schlafen.

 

 

13.1.1915, Feldpostamt 32

 

Liebe Mizi,

im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch ganz gesund und kräftig bin.

Liebe Mizi, wenn Du noch nichts fortgeschickt hast so schicke mir ein paar Sacktücher und Seife mit. Ich hab schon alles verloren. Es grüßt und küsst Dich Dein Ludvig

 

2.3.1915, Brief 1

 

Liebe Mizi

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin. Liebe Mizi, ich bitte Dich, schicke mir eine Wäsche, aber Sommer-Wäsche, dass ich mich umziehen kann. Die Läuse kann ich nicht weg bringen. Heut tu ich mich überziehen, morgen bin ich schon wieder ganz voll. Diese Schmier, was Du mir geschickt hast, ist ist für nichts.

Liebe Mizl, da bei uns schneit fest Tag und Nacht,... aber kalt ist nicht. Und Du schreibst, dass Du so lange keinen Brief erhalten hast. Ich hab 4 Briefe und 6 Karten geschrieben. Es grüßt Dich und alle Bekannten und Verbleibe Dein aufrichtiger Mann Ludvig. Schreib bald wieder. Gute Nacht

 

Quer geschrieben: mein alles, schicke mir Briefpapier

 

2.3.1915, Brief 2

 

 

Liebe Mizi,

 

mit Freuden habe ich die drei Pakete und zwei Briefe und zwei Karten erhalten.

 

Liebe Mizi, Du weißt gar nicht was ich für eine Freude hab mit diesen Sachen. Gerade heute habe ich das letzte Zündhölzel verbraucht und jetzt hab ich wieder bekommen. Ich werde Dir morgen einen langen Brief schreiben. Die Pfeife raucht gut.

 

Es grüßt Dich und küsst Dein aufrichtiger Mann Ludvig

 

2.3.1915, Brief 3

  

Liebe Mitzi!

 

Sende Dir nebst herzlichen Grüßen auch eine Speisekarte Über unsere Eiserne Divisions Kavallerie.

 

Frühstück...

Tagwache zu jeder Stunde, ohne etwas Warmes in den Mund.

Gefrorene Stiefel zu jeder Zeit,

stehen wir armen Tausend stets bereit.

Mein schlechter Magen kann dies aber nicht vertragen.

Er hat so manches noch zu beklagen.

Wir verfolgen den Feind bergauf, bergab.

Sie senden uns so Kugeln entgegen,

bis wir vom Frühstück werden satt.

 

Mittagsmahl

Zu Mittag dann, die Uhr zeigt 12.

Hunger haben wir wie die Wölf.

Eine Granate kam uns entgegen und explodierte an uns knapp daneben.

Da bekam wohl mancher Bruder ein Mittagsmahl nach sein bestreben.

Diese großen Stücke konnten wir aber nicht verschlingen

und mussten den Feind dafür harte Fisolen hinüber schwingen.

Der Feind hat von Fisolen bald genug und zieht 10 km zurück.

Auch ein k.u.k. gefangener Russe an der Zahl ist unser prächtig Mittagmahl.

 

Abendmahl

Das Abendmahl wird gründlich heiter.

Der Spaß geht bis 12 Uhr weiter.

Es lottert um uns rings herum,

bald dort, bald da fällt mancher Freund wohl um.

Von einem Quartier noch keine km die Eskadron noch im Felde steht.

Um12 Uhr kracht der letzte Schuss.

Nun ist mit unserer heutigen Mahlzeit Schluss.

Nun endlich kommen wir dann ins Quartier.

Oh, welch große Augen machen wir!

Alles ist besetzt von anderem Militär,

nur am Gartenzaun ist leer.

Nun hängen wir die Pferde dann

Am Gartenzaune an

und warten wohl mit Sehnsucht hier

bis wir unsre Menasch vielleicht bekommen wir.

 

Gruß Ludwig Köstenbauer 

 

2.3.1915, Brief 4

 

Liebe Mizi!

Habe Deinen Brief und Karte erhalten gerade am Faschingtag, liebe Mizi. Ich habe schon einen Brief lange geschrieben, aber ich kann so lange nicht aufgeben, weil ich von der Post weit weg bin. Liebe Mizi, Du schreibst, ich soll Dir schreiben, ob ich noch Wäsche habe. Ich hab keine, aber ich brauch keine. Ich hab zwei Hemden und zwei Hosen. Da hab ich genug, weil ich wenig Platz habe in der Packtasche. Liebe Mizi, gebe Dir auch zu wissen, dass ich noch gesund bin und mein Pferd auch. Ich bin so froh, er isst so gern. Ich muss immer Tornister machen, weil er mir immer zerreissen tut und da muss ich immer flicken.

Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig Köstenbauer

 

2.3.1915, Brief 5

 

Liebe Mizi!

 

Habe die Feldpostkarte dankend erhalten. Jetzt habe ich alles erhalten, was Du weg geschickt hast. Liebe Mizi, ich hab jetzt alle Tage einen Brief oder Karte geschrieben, aber ich kann noch nicht aufgeben. Liebe Mizi, wir sind jetzt immer über große Berge marschiert und sind wir spät einquartiert in einer Stadt. Aber da schaut aus. Die ganze Stadt ist ausgeplündert. Kein Mensch ist drin, alles ist... fort. Die schönsten Möbel zertrümmert und die Fenster zusammengeschlagen. Da haben wir die Pferde ins Zimmer hinein gestellt. Es ist schauerlich, was die Russen treiben. Aber wenn wir jetzt nach Russland kommen, dann werden sie schauen, was wir können. Liebe Mizi, schreib bald wieder. Wäsche brauchst keine schicken. Ich werde Dir schon schreiben, wenn die Post geht.

Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig

 

2.3.1915, Brief 6

 

Liebe Mizi,

im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin. Und, liebe Mizl, wenn Du einmal was schicken tust, so schick mir zwei Sommerunterhosen. Hemden habe noch, nur Hosen hab ich keine. Sind schon zerrissen. So schicke mir, wenn nicht kannst, wenigstens eine. Du, bei uns ist jetzt schon warm, ist nimmer kalt. Und, liebe Mizl, jetzt hab ich schon Dir so viel geschrieben und Du schreibst, Du bekommst so wenig.

 

Ich kann nichts dafür. Ich schreib, wenn ich ein bisschen Zeit habe. Es grüßt und küsst Dich Dein aufrichtiger Mann Ludvig. Lebe wohl, mein Alles.

 

7.3.1915, Brief 1

 

Liebe Mizl!

 

Sende Dir die herzlichsten Grüße zum Beginn meines Schreibens und teile Dir mit, dass ich jetzt meine Hand verstaucht habe und meinen Kollegen ersuchen musste zu schreiben.

Ich danke Dir für die 3 Pakete, welche Du mir geschickt hast. Überhaupt die Pfeife schmeckt sehr gut. Und auch die Zigarren. am heutigen Tage drehte ich mir nun. Die Mizl mir Kerzen schicken und wie gewunschen sind sie gekommen. Ich schließe mein Schreiben indem wir weiter marschieren. Ich werde in Kürze einen Brief schreiben. Gruß Ludwig und Alois Grasmei?

 

7.3.1915, Brief 2

 

Liebe Mizi!

 

Habe Deinen Paket mit Zigarren dankend erhalten. Liebe Mizi, gebe Dir auch bekannt, dass ich noch gesund bin und dass ich jetzt gerade mit einem, der auf die Post geht, und da hab ich gesagt, er soll ein bisschen warten, dass ich eine Karte schreiben kann. Und jetzt hab ich nicht viel Zeit, das Pferd gibt keine Ruh. kann ich nicht schreiben. Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig

Lebe wohl, mein Alles.

 

12.3.1915, Brief 2

 

Liebe Mizi!

im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin und dass mein Fuß auch schon gut ist. Da bin ich auch froh, dass ich wieder leicht gehen kann.

Du glaubst gar nicht, was ich hab mitmachen müssen. Der ganze Fuß war offen, 7 Wunden. Jetzt ist mir immer die Unterhose picken geblieben. Jetzt beim Reiten ist mir immer das weg gerissen. Und jetzt ist alles gut. Jetzt werde ...ich Deine Salbe nimmer brauchen. Ist mir so lieber wie das Umpatzen. Und haben aber alle, nicht nur ich. Das freut mich nicht, dass ein jeder offenen Fuß hat.

Weist, das war so: wir waren in der Schwarmlinie die ganze Nacht und gegen in die Frühe hab ich ein bisschen eingeschlafen. Und der rechte Fuß war ganz tot. Wie ich auf war hab ich gar nichts gespürt. Und einer gesagt, Du hast schon jetzt zum Leiden, der Fuß ist gefroren.

Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig.

 

 

15.3.1915,

 

Liebe Mizi!

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass mein Fuss gut ist und das ich sonst jetzt gesund bin so wie ich auch von Dir hoffe. Liebe Mizi, ich gebe Dir auch zu wissen, dass ich Deinen Brief und zwei Karten, was auch die Tilli dazu geschrieben hat, dankend erhalten habe.

 

Liebe Mizi, und bevor ich Dir weiter schreibe, gebe Dir bekannt, dass ich von Simmering und von Graz Schreiben erhalten. Und, liebe Mizi, Du schreibst, dass Du schon wieder lange keinen Brief von mir erhalten hast.Das glaub´i Dir, weil ich so lange nicht aufgeben hab können. Aber jetzt kann ich aufgeben. Jetzt wirst schon öfter eine Karte bekommen von Deinem Mannerl. Liebe Mizi, bleib nur in der gleichen Wohnung, da weiss ich, wo Du genau bist und ich hab und auch mehr Freud, wenn ich weiss, dass mein braves und liebes Weiberl noch immer in der gleichen Wohnung sein möchte. Da(s) ist überall alles voll Läus und Flöh´ wo du hinkommst, alles voll Dreck. Die Leut´ hier tun gar nicht waschen oder putzen. Jetzt wenn man wo hin kommt, da(s) kann man nicht aushalten von lauter (Ge)staunk. Ich bekomm immer Kopfweh in der holzenen Keuschen. Da schauts aus

 

Liebe Mizi, ich bitte Dich, wenn Du wieder was fort schickst, so schick mir wieder Zündhölzer und Seife und Kerzen. Weißt Mizl, ich hab mir schon 84 Kronen erspart. Ich hab das ganze Tascherl voll Geld und kann nichts kaufen. Ich hätt schon Wäsche zum Waschen und hab keine Seife mehr. Einer hat noch, hab ihm wollen abkaufen, eine Krone für ein kleines Stückel. Er hat aber nicht mir (ge)geben. Und weisst Du Mizi, für diese Pfeife, was Du mir geschickt hast, wollen sie mir immer abkaufen. 5 Kronen hätte ich schon dafür, ich verkaufs aber nicht. Ich hab selber Geld genug. Ich möchte Dir das Geld schicken, aber die Post nimmt (es) nicht an, das Geld. Ich muss immer aufpassen, daß ich (es) nicht verlier. Wir bekommen immer Weingeld und Löhnung. Und man kann keinen Wein kaufen, weil man keinen hat. Drum hab ich mir so viel erspart. Wenn ich jetzt wo was zum kaufen bekomme, dann werde ich wieder mir was kaufen. Da werde ich kaufen Zucker und Kaffee, dass ich mir einen kochen kann.

Liebe Mizi, jetzt werden bald Ostern kommen und bei uns ist noch immer so viel Schnee. Liebe Mizi, mein Pferd ist schon wieder gesund. Jetzt kann ich schon wieder auf die Patrol geh´n. Ich bin froh, Du kannst ja oft "Das interessante Blatt" kaufen und anschauen.

 

Liebe Mizi ! Briefpapier und Karten habe ich auch keine mehr. Musst mir wieder schicken, sonst kann ich Dir nicht einmal schreiben. Da bekommt man keine. Liebe Mizi, jetzt habe ich gerade in den Kalender hinein geschaut. Dort hab (ich) gesehen, dass heute gerade Sonntag ist. Da wirst Du was Gutes kochen und ich bekomm nichts davon. Schau nur, dass ich auch was bekomm. Ich möcht schon gern was essen von Dir, Mizl. Und was machst Nachmittag? Da möcht ich auch wo hin mitgehen mit Dir ins Kino. Aber so hab ich ganz ein anderes Kino hier. Liebe Mizi, meine Mutter von Graz hat mir geschrieben, dass sie jetzt schon 17 Gulden Zins zahlen, und er ist auch eingerückt. Jetzt ist sie ganz allein und arbeiten kann sie auch nichts. Liebe Mizi, jetzt hab ich gerade die Zeitungen erhalten. Da hab ich gleich Nachmittag, wenn ich Zeit hab, eine Beschäftigung zum lesen, dass mir die Zeit vergeht.

 

Liebe Mizi, jetzt werden bald Osterfeiertage kommen. Da wünsche Dir schon jetzt recht fröhliche Ostern. Und dass gesund bleibst und tu nur alles essen. und gut, dass recht gut ausschaust. Ich hab schon 12 Kilo abgenommen. Den Bart hab auch weg rasiert. Hab Läus hinein bekommen und jetzt ist´s gut. Liebe Mizl, tu Dich nicht kränken, es wird alles. Bissel Geduld bricht Eisen. Und ich grüße auch die Tilli und Leni und sag ihr, dass ich schon ein paar Karten jetzt und auch früher (schrieb) und hab noch keine Antwort bekommen. Also mein Weiberl, jetzt muss ich aufhören mit meinem Schreiben und grüße Dich und küsse Dich tausenmal und verbleibe Dein aufrichtiger Mann. Ich grüße auch die Tilli und Leni und Schwägerin und alle Bekannten   Ludvig


 

19.3.1915, Feldpostkarte 1

 

Liebe Mizl!

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch ganz gesund bin, was ich auch von Dir hoffe. Liebe Mizl, jetzt sehe (ich), dass Du wirklich Angst hat um Deinen Mann. Du hast ganz Recht, schau nur darauf. Ich hab gehört, dass Du ans Kommando eine Karte geschrieben hast. Schau Mitzl, ich hab Dir eh so viel geschrieben. Und wenn Du nicht alles bekommst, ich kann nichts dafür. Wie oft komm ich so müde ins Quartier und wenn schon zwölf

 

ist, so geh ich noch meinem Weiberl eine Karte schreiben. Ich grüße Dich noch recht herzlich und wünsche Dir recht fröhliche Ostern.

Dein Mann      Ludvig  

 

19.3.1915, Feldpostkarte 2

 

Liebe Mizl!

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin so wie ich auch von Dir hoffe. Liebe Mizi, ich gebe Dir auch bekannt, dass ich das Paket mit der Salbe und Zucker mit Freuden erhalten habe. Und es ist schon sehr schön, dass Du auf mich so denken tust. Ich brauch zwar die Salbe jetzt nicht mehr, aber ich kann´s noch brauchen. Liebe Mizl, schicke mir wieder Feldpostkarten, dass ich Dir schreiben kann, oder Briefpapier.

 

Liebe Mizl, ich bin jetzt einquartiert und da sind auch die Sapeure einquartiert. Und sind zwei Wiener dabei. Einer ist ein Wachmann von Wien und da haben wir ganz gut, weil d(ies)er Wachmann ist erst gekommen von Wien. Der erzählt mir alles, wie (es) in Wien jetzt zugangen ist. Da freut (es) mich wieder, da möcht ich länger bleiben. Liebe Mizl! Ich wünsch Dir sehr gute und fröhliche Oster-Feiertage. Tu Dir was Gutes holen, dass Dir recht gut geht. Ich werde mir auch Eier kaufen, wenn ich bekomm. Aber ein Glas Bier oder Wein möchte ich gerne trinken. Hab schon seit was ich fort bin keines getrunken, da wäre ich gleich besoffen, weil ich nicht gewohnt bin. Liebe Mizi, jetzt gerade hab ich die Post erhalten und darin gesehen, dass Du solange nicht eine Karte bekommen hast und ich schreibe Dir so oft ich kann. Die Post geht halt langsam.

 

Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig

 

22.3.1915, Feldpostkarte

 

 

Liebe Mizi

 

Im Anfang meines Schreibens Grüß Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin so wie ich auch von Dir hoffe.Liebe Mizl, gebe Dir auch bekannt, dass ich von der Schwägerin eine Karte erhalten habe. Aber ich weiss nicht, was ich mir denken soll über das. Ich weiss nicht, was sie

 

meint, dass ich mich soll bessern, ich werde Dir schon einmal schreiben. Und warum ich Dir nicht schreiben tu. Das ist leicht gesagt. Schreiben ist leicht, aber aufgeben bei mir ist nicht so wie bei(m) Steffel (vtl.Kaufhaus in Wien). Die stellen die Geschirren auf und man kann die Post aufgeben. Aber ich bin auf der Pattouille draussen im Wald. Dort ist keine Post, kann erst aufgeben, wann ich zurück komm. Das dauert aber 14 Tage. Es grüßt und küsst Dich Dein Mann

 

25.3.1915, Brief

 

Liebe Mizi !

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch ganz gesund bin so wie ich auch von Dir hoffe. Liebe Mizi, gebe Dir auch zu wissen, dass ich gerade die 4 Pakete mit größter Freude erhalten habe. Liebe Mizi, ich hab mir gerade gedacht, wenn mir nur mein Weiberl bald Papier schicken tät, sonst kann ich gar nicht schreiben. Und auf einmal kommt die Post. Ich hab gerade mein Pferd geputzt, das recht schön ist. Und da hab ich gleich müssen zuerst schauen, was mir mein Weiberl geschickt hat. Du sollst da sehen, wie ich gesprungen bin. Da hat gleich einer gesagt, da schauts, da tuts der Fuss nicht mehr weh. Wenn er Pakete bekommt, dann kann er laufen.

 

Liebe Mizi, ich bin jetzt einquartiert, unser 4.(Zug) bei einem Bauern und da ist heute Nacht der Bäuerin ihrer Mutter das Haus zu brennen angefangen gerade um drei Uhr in der Früh. Alles hat geschlafen und ist alles abgebrannt. Ich bin aufgesprungen und bin gerannt. Aber in so einem hölzernen Haus kann man nichts retten. Zwei Kühe, alles ist verbrannt. Das Geld, was sie gehabt haben, ist auch verbrannt. Jetzt weinen die Weiber mit Kindern den ganzen Tag. Da(s) kann ich nicht zuschauen. Du weisst, so was ich für eine Freud´ habe, wenn ich weine seh´. Die Leute sind wirklich arm hier. Liebe Mizi, Du schreibst mir, warum ich kein(en) Datum schreibe, der Steffel schreibt alles. Ich möchte (das Datum?) Dir gern schreiben wenn ich dürfte. Bei uns gibt es (das) nicht. Wenn einer was unrechtes schreibt, so wird der Brief zerrissen.

 

Wir müssen in die Kanzlei den Brief geben und da wird er gelesen und dann geben (diese) ihn auf, aber nicht ich. Und da bleibt oft liegen und Du glaubst, ich schreib nicht. Und der Steffel, der ist weiter rückwärts bei der Post und läßt den Brief oder (die) Karte abstempeln und kann selber ins Kastel werfen. Drum kann er schreiben, das kann ich aber nicht tun. Gelt Mizl, das macht aber nichts. Hauptsache ist, dass (Du) was bekommst, wenn (es) auch lange dauert.

 

Das beste ist, dass ich gesund bin. Liebe Mizl, schick mir Seife, ich hab keine zum Waschen. Und Schokolade ist mir am liebsten. Weisst, das ist gut für Durst und Alles. Liebe Mizi, was wirst zu den Ostern machen? Wirst was Gutes kochen? Da möchte ich auch mit essen mit Dir was Gutes.

 

Liebe Mizi, gebe Dir auch bekannt, dass mir die Tilli geschrieben hat. Sie schreibt mir auch, dass sie oft zu Dir geht und dass Du stets brav und fleissig bist. Das (ge)freut mich auch von Dir, dass Du so anständig bist. Da bin ich auch Stolz darüber, dass ich so ein braves Weiberl habe und jetzt wünsche (ich) Dir nochmals (eine) lustige und fröhliche Oster-Feiertage. Wenn es schön ist, so kannst wohin fahren. Hinaus ins Maria Enzersdorf. Liebe Mizl, ich war am Sonntag das erste Mal in einer Kirche. Habe gerade Zeit gehabt und bin in die Kirche gegangen. Es war die ganze Kirche voll Militär. Jetzt schließe ich mein Schreiben mit viel tausend Grüßen und Küssen von Deinem Mann Ludvig    

 

Lebe wohl, mein Alles.

Bis auf ein glückliches Wiedersehen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kuvert des Briefes vom 25.3.1915 mit Zensurierungs-vermerk

29.3.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizi!                        

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin und daß ich die 4 Pakete, was Du mir geschickt hast, mit großer Freude erhalten habe. (Die) Pfeife hab ich gerade keine mehr gehabt. Liebe Mizl, das (ge)freut mich, dass Du so schaust auf Deinen Mann. Liebe Mizl, ich bitte Dich, schick mir noch ein leichtes Hemd. Hosen hab ich genug. Ich wünsche  Dir recht fröhliche Oster-Feiertage und dass recht gesund bleibst.

 

Es grüßt und küsst Dich Dein dankschuldiger Mann Ludvig. Lebe wohl!

 

1.4.1915, Brief

 

Liebe Mizi !

 

Vor allem grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin. Die Hand ist auch gut.   Liebe Mizi, gebe Dir auch bekannt, dass ich die letzten zwei Pakete mit Karten und auch Dein(en) Brief, was Du mir von Trisnegg geschrieben hast,mit gröster Freude erhalten (habe). Also, liebe Mizl, bis jetzt hab ich alles in gutem Zustand erhalten, was Du mir, gute Mizl, geschickt hast. Und Du glaubst mir nicht, wasich für eine Freude hab, dass Du so gut auf mich schaust und denkst, Dich wird auch der Liebe Gott auch nicht verlassen und wird Dich schützen so wie auch mich. Damit ich auch Dir wieder zeigen kann, dass ich Dich lieb und für Dich sterbe

 

Liebstes Weiberl, Du bist eine aufrichtige Frau. Das sagt ein jeder von meinen Kriegern, Du hast wirklich eine gute und brave Frau. Und darum bin ich Stolz darauf und werde (es) auch sein solange meine Augen offen bleiben. Liebe Mizi, ich muss Dir auch was neues schreiben. Du darfst aber mich nicht auslachen. Weißt, jetzt bin ich schon 14 Tage auf einem Quartier und (es) sind sehr gute Leute. Und vorgestern hat die Bäuerin entbunden und hat zwei Mädel bekommen. Und jetzt haben sie keine Taufpatin. Und jetzt haben gesagt meine Kollegen, ich soll gehen. Und ich geh morgen und da möcht ich Dich bitten, dass Du mir zwei Paar Ohrringe (schickst), recht billige, weißt ein Paar um 30 oder 40 Heller, dass sie für ein Andenken haben von die Dragoner.

 

Liebe Mizl, ich möcht schon gern einmal bei Dir sein, damit ich alles erzählen könnte, was ich schon alles mitgemacht habe. Du möchtest lachen. Liebe Mizl, ich war am Palmsonntag hier in einer Kirchen und hab für Dich auch beim Lieben Gott gebetet, dass Du recht gesund bleibst. Und wie ich von der Kirche zuhause komm hab ich zu meinen Kollegen gesagt, jetzt hätt ich ein Hunger und ich hab nichts. Und einer sagt, Du hast leicht lachen, Deine Frau hat Dir schon wieder 4 Pakete geschickt. Und ich bin dann gleich holen gegangen und die Salami hat mir geschmeckt. Und dann eine Virginia (Zigarre) drauf.   Liebe Mizl, Du hast mir geschrieben, dass der Trisnegg mit der Lieni geht. Von mir aus soll sie machen, was sie will. Jetzt muss sie selber genug g´scheit sein. Und, liebe Mizl, ich bitte Dich, schicke mir die große Brieftasche. Ich hab schon hundert Kronen Geld in Papier und hab Angst, dass ich (es) verlieren tu. Dir schicken kann ich auch nichts, weil die Post (es) nicht aufnimmt. Liebe Mizi, heute ist der erste April und schneibt den ganzen Tag. Und Mizl, weißt noch was, ich hab schon wieder eine neue Uhr gekauft um 15 Kronen. Die andere ist mir stehen geblieben und ohne Uhr kann ich nicht sein. Und noch was, Mizl. Meine Mutter hat mir geshrieben, sie lasst Dich schön grüßen und Du sollst ihr einmal schreiben, wies Dir noch geht. Ich werde Dir die Adresse mitgeben und schreib ihr.

 

Liebe Mizi, Weißt, ich habe der Mutter geschrieben, dass Du so gut schaust auf mich und dass Du mir immer alles schicken tust, was ich brauch. Und er hat mir auch geschrieben. Er ist auch eingerückt bei der Eisenbahn-Sicherungshaltekompanie in Krain. So bitte Dich, liebe Mizi, schreib ihr einmal wie es Dir geht. Wenn nicht Du kannst so gut, (so) kann für Dich die Schwägerin schreiben. Die Adresse ist Susanna Zeme, in Graz, Keplerstrasse No 79,Tür 3 . Und liebstes Weiberl, Feldpostkarten kannst mir auch wieder schicken. Ich hab keine mehr und jetzt schließe ich mein Schreiben mit viel tausend Grüßen und Küssen von Deinem treuen Mann Ludvig.  

 

Ich grüße auch den Hinterbichler und bedanke mich für die schöne Pfeife. Und grüße auch die Schwägerin und Tilli und Lini und alle Bekannten von der Fabrik. Lebe wohl.

 

7.4.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizl!

 

im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch - Gott sei dank - gesund bin und so wie ich auch von Dir hoffe. Liebstes Weiberl, ich gebe Dir auch zum wissen, dass ich morgen von hier weg reite, eine Brücke besetzen und da weiss ich nicht, ob ich von dort schreiben kann, weil dort keine Post ist und so bitte Dich, sei nicht böse, wenn ich Dir nicht gleich schreiben kann. Darum gebe Dir früher bekannt, damit Du weisst, was mit mir ist und, Liebstes Weiberl, ich werde Dir Schon schreiben, so bald ich kann. So bitte Dich, tu Dich nicht kränken, wenn Du lanke keine Karte bekommst.

 

Es grüßt und küsst Dich Dein treuer und aufrichtiger Mann Ludvig

Lebe wohl mein braves, gutes Weiberl.   Den besten Gruß an Alle

 

19.4.1915, Feldpostkarte 1

 

Liebe Mizl,

 

im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch – Gott sei dank - ganz gesund bin, so wie ich auch von Dir hoffe.   Liebe Mizl, gebe Dir auch bekann, dass ich drei Pakete mit Freuden erhalten. Und zwar Dein(es) mit Seife und Zündhölzern und zwei mit den Buchteln. Sie haben mir so gut geschmeckt, weil es Du gemacht hast. So was hab ich so noch nicht gesehen, die Zeit was ich hier bin. Liebe Mizi, eine Unterhose brauch ich noch, weil eine schonzerrissen ist. Und sei nicht bös, dass ich so lange nicht schreib. Ich kann jetzt nicht, weil die Post weit weg ist.

Es grüßt und küsst Dich Dein liebender Mann Ludvig.  Lebe wohl mein Alles.

 

Den besten Gruß an Alle. Liebe Mizl, mir geht jetzt ganz gut. Ich hab immer Wachdienst im Wald. Da steh ich in einem hohlen Baum auf Posten.

 

19.4.1915, Feldpostkarte 2

 

Liebe Mizi,

 

im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich gerade eine Karte geschrieben habe, dass ich drei Pakete erhalten habe und (die Karte) aufgegeben. Und jetzt habe gerade die Post erhalten und drei Pakete. Zwei mit Wäsche und eins mit Schokolade. Und auch zwei Karten und einen Brief. Eine Karte ist von Franz Forstner. Liebe Mizi, Du glaubst gar nicht, was ich für eine Freud habe, dass ich wieder meine alten Hemden sehen kann und ich bedanke mich vielmals dafür.

 

Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig. Lebe wohl mein Alles

 

17.6.1915, Feldpostkarte

 

Liebste Mizi !

 

Gebe Dir bekannt, dass ich jetzt wieder nicht so oft schreiben kann, indem wir jetzt schon lange Vormarsch haben und den Feind immer verfolgen. Wir marschieren Tag und Nacht. Und geht recht lustig zu. Die Kanonen und Gewehre krachen Tag und Nacht. Am 7. d(ies)en Monats habe ich in der

 

Kirche 4 Russen gefangen. Diesen Tag haben wir achthundert gefangen und viele Kanonen und Maschinengewehre. Ich sehne mich schon nach Russland zu kommen. Also liebe Mizi, ich hab Dir schon geschrieben, dass ich die Fotografien mit größter Freude erhalten habe. Ob Du (den Brief) erhalten Hast, da(für) kann ich nicht gutstehen. Ich bin jetzt beim dritten Korpskommando zugeteilt dem 4. Zug. Und da bekomme ich keine Post, weil wir in eine andere Richtung sind. Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig

 

23.6.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizl !                                       

 

Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch Gott-sei-Dank gesund bin, so wie ich auch von Dir hoffe.   Liebe Mizi, gebe Dir auch zu wissen, dass ich heute die Zeitung dankend erhalten habe und dass ich gestern mit dem Karl, was bei Schindlöker war, - Du kennst ihn – so zusammen gekommen bin. Er hat eine große Freud gehabt, wie er mich gesehen hat. Er hat mir gleich mit schwarzem Kaffee aufgetischt.

Es grüßt und küsst Dich Dein kampflüstiger Mann Ludvig

 

30.6.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizl !                                        Im Felde am 29./6.

 

Habe Die Zeitung mit bestem Dank erhalten und gebe Dir bekannt, dass ich morgen beabsichtige, (mich) fotografieren zu lassen mit meinem Pferd. Und der Fotograf wird die Bilder nach Wien schicken. Ich glaube, das wird gehen, weil sonst kann ich nichts anderes machen. Liebe Mizl, schreib bald wieder. Ich bin gesund und (es) geht mir auch gut. Jetzt bekomm ich alles zu kaufe. Wenn ich mich abnomen(?) lass, dann werde Dir schon schreiben. Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig 

 

Quer dazu geschrieben:  Den besten Gruß an alle Bekannten. Lebe wohl

 

10.7.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizi                                          Im Felde am 7./7.

 

im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin, so wie ich von Dir hoffe. Liebste Mizi, gebe Dir auch bekannt, das ich Deinen Brief dankend erhalten habe. Und sei so gut, geh schick mir wieder (eine) Zeitung. Und schreib bald wieder, was (es) in Simmering Neues ist. Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig. Den besten Gruß an Alle

 

13.7.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizi !                                        Im Felde am 12./7.

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und teile Dir mit, dass ich noch Gott-sei-Dank gesund bin, so wie ich auch von Dir hoffe. Liebste Mizi, ich bedanke mich auch für die zwei Karten, was ich heute erhalten habe. Nämlich von Radel, das hast Du ganz gut gemacht, dass es verkauft hast, weil auch dem Lodenwirt. So schlecht und wenn ich einmal gesund und glücklich zuhause bin, dann werde ich  (ein) anderes kaufen. Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Wickerl.   Den besten Gruß an Alle.

 

19.7.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizl !                                        Im Felde am 17./7.

 

Habe Deinen Brief sowie Karte und Feldpostkarten erhalten. Und auch die schöne Karte von der Fabrik. Und ich hab auch eine retour geschrieben.   Liebe Mizl, Du schreibst, ob Du warme Wäsche bereit machen möchtest. Ich glaube, dass ich nimmer brauchen werde, da(s) ich bis dort schon zu hause komm und dass Du dies Alles gut einrichten tust. Das hast gut gemacht, damit ich recht warm hab, wenn ich komm und das macht nichts, dass Du nicht schicken kannst. Ich weiss, dass Du gern schicken möchtest und kannst nicht.   Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig

 

22.7.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizl !                                   Im Felde am 20./7.

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir zu wissen, dass ich noch gesund bin, wie (ich) auch von Dir hoffe. Liebe Mizl, Du hast mir geschrieben, dass die Zeitung geschickt hast und ich hab noch keine bekommen. So bitte Dich, schick mir wenn Dir möglich ist. Jetzt hab ich viel Zeit im Schützengraben. Und schreib bald wieder was Neues. Es grüßt und küsst Dich Dein liebender Mann Ludvig. Den besten Gruß an Alle. Lebe wohl mein Alles.

 

30.7.1915, Feldpostkarte mit Bild 

 

Liebe Mizi !                am 27./7.

 

Gebe Dir zu wissen, dass ich heute Dein(en) Brief mit größter Freude erhalten habe mit Fotografie.

 

Und ich habe gerade wenig Zeit, drum schreibe Dir nur eine Karte. Ich werde Dir morgen einen Brief schreiben. Liebe Mizl, mich freut es, dass Du einmal die Bilder bekommen hast. Es grüßt und küsst Dich Dein kampflustiger Mann Ludvig.

 

 

Den besten Gruß an alle Bekannten der Firma Meindl und auch ein schönen Gruß an die Schwägerin von der Schormlinie(?)

 

Lebe wohl.

 

 

5.8.1915, Feldpostkarte mit Bild 

 

 

 

 

Liebe Mizi          

im Felde am 3./8.

 

gebe Dir bekannt, dass ich die Karte dankend erhalten habe und hat mich auch gefreut, dass Du gleich geschrieben hast. Ich habe auch heute der Mutter geschrieben und der Tilli. Es grüßt und Küsst Dich Dein Mann Ludvig     

 

Gruß an alle Bekannten. Auf Wiedersehen

 

 

 

 

 

11.8.1915, Feldpostkarte mit Bild 

 

Liebe Mizi !   

 

am 10./8.

 

gebe Dir zu wissen, dass ich Zeitung noch nicht bekommen habe. Du hast mir geschrieben, dass schon fort geschickt hast. Liebe Mizl, gebe Dir auch bekannt, dass mir die Mutter wieder geschrieben hat.

 

Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvik.  

 

Grüß Alle

 

 

 

 

 

 

 

21.8.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizi !                                        Im Felde am 19./8.

 

Teile Dir mit, dass ich noch bei bester Gesundheit bin, so wie ich auch von Dir hoffe. Liebe Mizl, gebe Dir bekannt, dass ich Deinen Brief und Karte und Zeitung dankend erhalten habe. Und dass wir von der Schwarmlinie abgetrennt sind und derzeit in einer Stadt ein Quartier und mir gut geht. Gestern haben wir, das ganze Regiment, Parade ausgerigt (ausgerichtet?). Gebe Dir auch zu wissen, dass mir der Walter geschrieben hat. Doch er jetzt lange krank war.

Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Wiekerl.   

Den besten Gruß an Sch…..

 

 24.8.1915, Feldpostkarte mit Bild 

 

Liebe Mizi                     am 23./8.

 

habe Deine zwei Karten und Brief mit diese Sauze(?) dankend erhalten.

Liebe Mizi, Dein Tabak und Zeitung hab ich auch bekommen. Ich bedanke mich viel mals dafür. Von der Schwägerin hab ich auch die Karte bekommen. Schreib bald wieder.

Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Wickerl.   Lebe wohl.

 

24.8.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizi ,                        Im Felde am 22./8.

 

Habe Deinen Brief mit Karte dankend erhalten und auch den Tabak, was Du hinein gegeben hast.   Lieb Mizi, gebe Dir auch zu wissen, dass ich jetzt wieder die Feldpostnummr32. habe, weil meine wieder zurück gekommen sind. Wo wir heuer(?)  waren. Liebe Mizl, mir geht ganz gut, heute ist gerade Sonntag. War ich in der Kirche und jetzt hab ich gewaschen. Und jetzt schreibe und so vergeht der Sonntag einer nach dem anderen. Wie viele werden noch sein, was glaubst? Liebe Mizl, ich glaube nimmer so lang wie schon dauert hat. So grüße Dich und küsse, bis auf ein glückliches Wiedersehen.

Dein Mann Wiekerl.  Grüße an die Schwägerin und alle Bekannten.

 

29.8.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizi ,                                                        Im Felde am 28./8.1915

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich auf das herzlichste und gebe Dir bekannt, dass ich noch Gott-sei-Dank gesund bin, so wie ich auch von Dir hoffe. Liebe Mizl, gebe Dir zu wissen, dass ich von der Mutter und vom Onkel aus Graz die guten Wünsche erhalten habe zum Namenstag. Liebe Mizi, auch von Dir hab ich heute einen Brief erhalten vom 22. dieses Monats und Du hast mir geschrieben, dass der das Rad zurück gebracht hat. Sag und es ist nicht schön von ihm. Wenn ein Fehler ist, das muss er beim Kaufen sehen, aber nicht einen Monat später. Hat er Dir Abnützungsbegühr gezahlt? Wenn ich komm, ich werde schon machen. Es grüßt und küsst Dich Dein Mann

 

2.9.1915, Feldpostkarte

 

Liebste Mizi !                                                    Im Felde am 1./9.1915.

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin, so wie ich auch von Dir hoffe.   Liebe Mizi, gebe Dir auch bekannt, dass ich die Zeitung und Briefpapier und eine Karte vom 25. von eigenen(?). Die Zeitung kannst öfter schicken, jeden dritten Tag. Aber nicht so viel, nur drei oder viere. Jetzt hab ich nicht so viel Zeit wie früher.

(Es) geht immer fest vorwärts.   Liebe Mizi, haben Dir die Schwammerln gut geschmeckt?  Ich möchte auch von Dir essen, wenn ich einmal zuhause komm. Dann musst Du viel größere Knödel machen wie früher. Ich möchte (mich) schon so gern wieder einmal anessen, vielleicht wird bald die Zeit kommen. Liebe Mizl, tu nur gedulden, ich werde bald kommen.

Mein Falli (Pferd?) gibt kein Kummer. Ich wage (?) gar nicht schreiben, weil so viel fliegen.

Es grüßt und küsst Dich Dein Mann L, Herzlichsten Gruß an Schwägerin u.  …(?)             

 

4.9.1915, Feldpostkarte

 

Liebste Mizi ,                                                    Im Felde am 3./9.1915.

 

gebe Dir bekannt, dass ich jetzt auf der Patrouille bin auf längere Zeit und ich nicht so leicht und oft schreiben kann. Sei nicht bös, wenn Du länger warten musst. Heute hat sich mein Falti (Pferd?) gut ausgezeichnet unter riesigem Feuer. Die Karte hab ich von Grinzing heute bekommen und Zeitung.

Es grüßt und küsst Dich Dein Mann. Lebe wohl.            

 

11.9.1915, Feldpostkarte

 

Liebste Mizi ,                                                    am 8./9.1915.

 

gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin und dass ich die Zeitung und Brief und Karte dankend erhalten habe. Sonst geht mir gut, ich bin jetzt bei der Infanterie zugeteilt.

Liebe Mizl, schicke mir ein Bleistift. Hab den verloren. Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Wiekerl

 

15.9.1915, Feldpostkarte

 

Liebste Mizl !                                                    am 15./9.(1915.)

 

Gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin, so wie ich auch von Dir hoffe. Liebe Mizi, gebe Dir auch bekannt, dass ich die Zeitung und die Karte erhalten habe. Liebe Mizi, ich hab heute wieder ein Pech gehabt. Das glaubst Du gar nicht, wie mir gegangen ist (ist). Das werde ich Dir in einem Brief schreiben. Liebe Mizi, jetzt hab ich schon lange so die Straufe, dass mir schon die Nase weh tut von lauter putzen. Es grüßt und küsst Dich Dein Mann. Ich grüße auch die Schwägerin.

 

 17.9.1915, Feldpostkarte mit Bild 

 

Liebe Mizi            am 16./9

 

gebe Dir bekannt, dass mir die Mutter geschrieben hat. Und ich werde Dir morgen einen Brief schreiben.

 

Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig.   

 

Lebe wohl.

 

 

 

22.9.1915, Brief

 

Liebste Mizi !                                                            am 21./9.

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich auf das herzlichste sowie auch die Moni, und gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin. Und dass ich von Franzl eine Karte bekommen hab und auch von Dir, Milz. Und Du  schreist, dass ich Dir soll einen Brief schreiben. Liebe Mizi, jetzt bin ich wieder abgelöst worden von der Brigade. Jetzt werde Dir schon wieder öfter schreiben. Ich hab Dir so von der Stellung aus geschrieben auf einen Brief. Hast den schon bekommen?

 

Liebe Mizi, ich bin jetzt wieder froh, jetzt hab ich ein ganzes Haus. Bin ich Haus her weisst gegen Juden Haus ganz verlaufen und da hab ich mit zwei Kollegen das Haus gemietet. Zins zahl ich keinen, ich hab mein Falli auch ins Zimmer hinein gestellt. Jetzt wohnen wir ganz gut mit einander. Es ist ganz schönes Zimmer, nur keine Fenster sind mehr da. Ha ich Bretter (da)vor genagelt. Und ein Kasten ist drin, ein Tisch und ein Bett und Ofen. Heute habe ich ein guten Tee gekocht. Hab meinen Kollegen kosten lasse . Er sagt, Du kannst sehr gut kochen. Er ist ganz gut, nur Rum hast vergessen hinein geben.

 

Liebe Mizi, ich hab jetzt ganz schön für ein schönen Ofen Geschirr, nur zu Kochen hab ich nichts. Appetit hätt ich für fünfe, aber zum Kaufen bekommt man auch nichts. Geld hab ich genug. Bei den Bauern kriegst nichts zu kaufen. Mir hat schon oft von einem Apfelstrudel geträumt. Liebe Mizl, wir haben ganz gut. Wir bekommen täglich ein Portion Brot und in der Früh Kaffee und zu Mittag Suppe und Fleisch und auf die Nacht wieder Kaffee. Aber ich weiss nicht, ich hab jetzt so einen Appetit. Ich muss mir wieder Erdäpfel kochen. Einen großen Häfen !

 

 Liebe Mizi, ich möcht schon gern wieder zu Dir kommen. Wann ich wieder komm, dann brauchst nimmer mit Essen warten wie früher. Jetzt werde (ich) gleich kommen. Ich möcht auch schon diese Läuse einmal weg bringen. Ich kann (sie) nicht weg bringen, wenn ich mich überziehnen tue. In zwei Stunden bin ich schon wieder voll. Und da bin ich schon ganz zerkratzt. Liebe Mizi, tu Dir nicht ein schweres Herz machen darüber. Es wird alles vergehen. Und jetzt grüße und küsse bis auf ein glückliches Wiedersehen.  Ich grüße auch die Monika auf das Herzlichste.

 

25.9.1915, Brief

 

Liebste Mizi !                                                       am 23./9.

 

Habe soeben den Bleistift und Zeitung und Brief erhalten, da(s) kannst Dir denken, dass ich wieder Freud hab, wenn ich etwas von Dir bekomme.  Liebe Mizl, jetzt kann ich wieder schreiben. Jetzt hab ich Bleistift genug. Ich hab gerade bei einem Juden zwei gekauft. Wie lange dass wir wieder bleiben weiss ich nicht. Sie laufen mir immer davon, aber wohin weiß ich nicht.

 

Liebe Mizi, gestern war ich bei einem Juden. Da habe (ich) mir wieder eingekauft: Kerzen, aber teuer und Zwirn, Seife und verschiedene Sachen. Und hab wieder viel Geld gebraucht. Und weisst Mizl, jetzt bekommen (wir) nimmer so viel Löhnung schon seit Februar. Ich weiss nimmer, hab Dir was geschrieben davon oder nicht. Jetzt haben wir in 10 Tagen 3,60 Heller. Liebe Mizi, ich werde Dir einen Kriegsring schicken. Den hat mir mein Kamerad gemacht von die russischen Schrapnell-Aluminium. Den musst Du aber tragen. Ich werde ihn in ein Kuvert geben. Vielleicht bekommst Du ihn. Er wird morgen fertig. Ich hab mir auch einen gemacht, aber selber. Wenn ich nur mein Werkzeug da hätt, da möchte ich schon was machen.  Aber da bekommt man gar nichts. Oft hat man Zeit, etwas zu machen, zu Zeit vertreiben.

 

Die Zeitung hab ich schon gelesen. Es ist sehr schön, von unser(er) Front ist auch in der Zeitung. Und was macht die Monika jetzt, sie nichts in Dienst bei Dir? Geht ihr auch nicht schlecht und was ist mit dem Führer? Geht noch das Geschäft weiter oder ist er eingerückt? Musst mir einmal schreiben. Ich bin neugierig, jetzt möchte ich schon gern wieder zuhaus kommen. Hast Du im Zimmer was umgestellt? Weil mir geträumt hat, dass Du alles umbewechselt hast, damit mehr Platz hast. Was macht die große Uhr, geht noch gut? Ich werde schon einmal ganz unverhofft kommen, dass Du Dir gar nicht denken wirst. Liebe Mizi, schicke mir ein holzerne Wassersack-Pfeife. Jetzt ist die Feldpost offen. Alle Wochen drei mal Montag, Dienstag und Mittwoch hat unser Rittmeister gesagt. Es grüsst und küsst Dich Dein Mann  Wieckerl.  Einen Gruß an Monika, Tilli und Lini             

 

27.9.1915, Brief

 

Liebe Mizi!                                                            am 26./9.

 

Vor allem grüße Dich auf das herzlichste und teile Dir mit, dass ich noch Gott-sei-Dank gesund bin, so wie ich auch von Dir hoffe. Liebe Mizi, ich schicke Dir diesen Kriegsring zum Andenken und Du musst ihn aber tragen. Ich glaube, dass Dir passen wird und wenn ihn bekommst, dann schreib mir gleich, damit ich weiss, ob ihn bekommen hast. Ich glaube Du wirst ihn erhalten. Ich gebe ihn ins Kuvert hinein. Hoffentlich wird ihn niemand herausnehmen. Er hat so keinen Wert, es ist nur ein Andenken.

Liebe Mizi, gebe Dir auch bekannt, dass von uns ein Wachmeister in Urlaub zuhause war und hat die besten Grüße an Dich und Tili und Lini mit gebracht. Es sind noch alle gesund. Und sag der Tilli, dass der Tomas in ….der Berge(?) auch grüßen … Urlaub. Sonst weiss ich nichts neues. Heute ist ein schöner Sonntag. Ich war Vormittag in der Kirche, warst Du auch? Also schreibe bald wieder und schicke wieder Zeitung, damit ich was zum lesen hab. Und jetzt grüßt und küsst Dich Dein liebender Mann Ludvig

Den besten Gruß an Monika und Tilli, Lini und Jakwegerin.    Lebe wohl.

Quer geschrieben:      Schicke mir eine Schachtel Sport-Zigaretten

 

9.10.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizi !                                                       am 7./10.

 

gebe Dir bekannt, dass ich die Zeitung und Brief dankend erhalten habe. Liebe Mizi, Du brauchst mir keine Wäsche schicken, ich hab so genug. Und gebe Dir zu wissen, dass wir von der Brigade abgeht sind und jetzt wieder in der Schwarmlinie. Es geht recht lustig zu, es sind schöne Deckungen. Schreibe bald wieder und schicke Zeitung. Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Mann.  Einen schönen Gruß an alle Bekannten. 

 

19.10.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizi !                        18./10.

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin und dass ich die Wäsche schon angezogen hab. Es ist schon sehr kalt bei uns. Da hast wieder was Gutes getan, dass mir das geschickt hast. Und die Stutzen hab ich auch an. Liebe Mizl, gebe Dir auch bekannt, dass wir von der Schwarmlinie abgelöst sind und jetzt als Reserve sind. Und wir kommen jetzt weg von hier, aber wohin weiß niemand.

Liebe Mizi, gebe Dir auch bekannt, dass ich gestern Zeitung und eine Karte von Dir erhalten hab. Jetzt bedanke ich mich noch einmal für alles und verbleibe Dein treuer Mann Ludvig

Quer geschrieben:   Gruß an Alle.

 

23.10.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizi !             am 23./10.

 

Habe die Pakete erhalten, aber nur zwei. Und Du hast geschrieben, dass (Du) drei geschickt hast. Vielleicht kommt das dritte erst. In einem waren Zigaretten und eine Mehlspeis´. Liebe Mizi, ich danke Dir viel tausend Mal dafür und gebe Dir zu wissen, dass von mir ein Kollege auf Urlaub gefahren ist. Und er hat gesagt, dass er zu Dir kommt auf Besuch. Ich hab ihm einen Brief mitgegeben. Es grüßt und küsste Dich Dein aufrichtiger Mann Ludvig

 

25.10.1915, Feldpostkarte

 

 Liebe Mizi !         am 24./10.

 

Vor allem die besten Grüße und teile Dir mit, dass ich Gott-sei-Dank gesund bin so wie ich auch von Dir hoffe. Habe Deinen Brief dankend erhalten. Das macht nichts, wenn Du wenig schreibst. Wenn Du nicht Zeit hast, geh nur schlafen wenn Du müd bist abends. Ich weiß so wie das ist, wenn man so lange arbeiten tut. Bei mir ist auch so. Am liebsten wär´s mir schon, wenn (es) schon aus  wäre mit schreiben, sondern mündlich ausmachen. Es regnet immer bei uns. Es grüßt und küsst Dich D. Mann   Ludvig

 

27.10.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizl !                        28./10.  1915

 

Habe Deine Karte dankend erhalten und gebe Dir bekannt, dass ich jetzt in Serbien bin. Wir sind am 24. weg von Galizien nach Serbien. Da ist ein schlechtes Wetter. Es tut immer regnen. Liebe Mizi, ist der Grasmug Dich besuchen kommen? Weil er mir gesagt hat, dass er zu Dir geht. Ich hab ihm die Adresse (ge)geben. Schreibe bald wieder. Es grüßt und küsst Dich Dein liebender Mann Ludvig    

Ich grüß auch die Hollein(?) und Schwägerin Lebe wohl.   Bis auf ein baldiges Wiedersehen.

 

12.11.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizi !                                   Am 11./11

 

Endlich kann ich wieder einmal eine Karte schreiben, ich hab seit dem 1. (Nov.) nicht schreiben können, weil wir jetzt immer durch Gebirge marschiert sind. Und auch bis heute keine Post bekommen. Jetzt ist´s so, dass ich von Dir nichts bekomm und Du von mir nichts. Da in Serbien ist nicht so wie In Galizien. Wir (sind) schon am 1. durch Belgrad marschiert, und sind dann immer fort.   Liebe Mizi, sei nicht bös, dass Du jetzt solange warten mußt. Ich muß auch warten.

Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig. Ich grüße auch die Schwägerin. Lebe wohl

 

13.11.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizi !                                        Am 13./11

 

im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin, so wie ich auch von Dir hoffe, liebe Mizi! Ich hab diesen Monat noch gar nichts bekommen. Darum sei nicht bös, wenn Du jetzt lange warten musst. Im Felde geht nicht was ab(?).  

Liebe Mizi, schreib mir wieder was Neues von Zuhause. Und tu Dich nicht schrecken(?). Es grüßt und küsst Dich Dein Mann

Querschrift:        Leb wohl, auf Wiedersehn

 

26.11.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizi !                                   Am 21./11. 1915

 

Gebe Dir zu wissen, dass ich noch gesund bin und dass ich in diesem Monat keine Post bekommen habe und auch sonst niemand. Es kommt keine her. mir geht es sonst wie gewöhnlich gut. Liebe Mizi, tu nicht jetzt zu viel schreiben, weil ich so nichts bekomm´. Es ist schlecht nachliefern und tu Dich nicht kränken, wenn Du lange keine Nachricht bekommst. Da ist (es) nicht so wie (es) in Galizien war.

Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Wiekerl.

Querschrift:   Ich grüße auch die Schwägerin.   

 

 

3.12.1915, Feldpostkarte

 

Liebe Mizi !                                   Am 1./12.

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin, so wie ich auch von Dir hoffe. Liebe Mizi, bekommst Du wohl einige Karten? Ich hab schon jetzt einen Monat nichts erhalten. Wir sind jetzt in Neu(?)-Serbien und es ist sehr kalt. Und wenig Ortschaften.  Haben oft Freilager. Aber das macht uns nichts und wir sind´s schon gewohnt.

Hab im vorigen Winter in den Karpaten ausgehalten, werde auch diesen (aushalten). So bitte (ich) Dich, sei nicht bös, dass so lange nichts bekommst. Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig             

 

 

 

31.12.1915, Feldpostkarte

 

 

Liebe Mizi !                                        Am 26./12.   1915

 

 

Gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin und dass ein Kinematograph hier war und uns aufgenommen hat. Und (er ist) nach Wien gefahren und hat gesagt, dass er Dich besuchen wird. Und ich hab´ ihm ein Pakerl mit ´geben. Und ist auch ein Brief drinnen. Schreibe mir, ob er dort war. Ich bin schon neugierig, ob es bekommst. Liebe Mizi, wie geht es Dir in den Feiertagen? Hoffentlich gut, bei uns schaut (es) schlecht aus, weil wir nicht bei unseren Truppen sind. Ich wünsche Dir ein glückliches Neujahr und auch Dein(em) Stefel und (der) Schwägerin und allen Bekannten mit Gruß und Kuss Dein Mann Wiekerl

 

Querschrift: Gruss Wreggauer(?)