Briefe 2016

10.2.1916, Brief

 

Liebe Mitzi!                                       Prisren  am 9./1.  1916. 

 

Gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin und dass unser Wachtmeister nach Budapest einkaufen war. Und da hat er gesagt er wird mir Deinen Brief aufgeben. Liebe Mitzi, wie geht es Dir im neuen Jahr. Mir geht (es) nicht gut, ich bin jetzt in Albanien bei den Bulgaren. Und da haben (wir) lauter Fisolen-Suppe i der Früh und Mittag und Abends. Und da hab ich schon so Bauchweh bekommen und jetzt ist da alles so teuer und hab das ganze Geld verbraucht. So möchte ich Dich bitten, dass mir 20 Kronen schicken mechtst telegrafisch. Der Wachtmeister wird von Budapest telegraphieren. Sei so gut und schicke mir(s) wenns kommt. Ich freue mich schon. Ich reite mit im morgen auf die Bahn(?). Zwei Tage braucht man hin und dann reite ich zwei Tage ganz allein zurück. Da wird mir wieder langweilig.

 

Liebe Mitze, ist der schon zu Dir gekommen von hier, der Kinonatograf? Ich hab ihm ein Paket mit ein(em) Brief mit gegeben und drei serbische Medaillen. Ich bin neugierig, wann er kommen wird. Ich hab jetzt schon zwei Monat keine Karte bekommen von Dir du werde auch nichts bekommen, solange wir bei die Bulgaren sein werden. Wie lange wird ??? noch das dauern?

 

Liebe Mitzi, was macht der Steffel? Ist er zu Hause? Ich möchte schon so gern einmal zu Dir kommen. Jetzt wär ich schon neugierig, wie(s) in Wien zugeht. Da (in Albanien) schaut alles ander(s aus(?))

 

Die ganze Straße ist voll Automobile (?) die hundere serbische und Wagen und tote Pferde. Da möchst Du schauen. Wenn ich einmal zu Hause komm dann werde ich Dir schon alles erzählen.

 

Jetzt grüße Dich nochmals recht herzlich und …. Dein Mann Ludvig.

Den besten (Gruss an?) alle Bekannten und Verwandten

 

 

18.2.1916, Brief

 

Liebe Mizi !                                   Balkan, am 15./I. 1916

 

gebe Dir zu wissen, dass ich noch gesund bin, so wie ich auch von Dir hoffe. Liebe Mizi, gebe Dir auch zu wissen, dass ich noch keine Post bekomme. Nun, Du brauchst überhaupt nicht mehr schreiben bis ich Dir nicht schreib, wann. Liebe Mizi! Hat er(?) schon telegrafiert? Ich warte schon auf Antwort. Mir

marschieren morgen wieder weiter gegen Saloniki.

Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Wickerl, Ich grüße auch die Schwägerin und alle Bekannten.

 

Fremde Schrift, Texte um die Karte herum:

Ein Heimatsgenosse(?) von Ludwig! Die besten Grüße Klonichborche(?) Heil grüße Wregas(?) alles wohlauf! Hurra!

 

 29.4.1916, Korrespondenzkarte 1

Liebe Mizi !                        am 28./4.

 

gebe Dir auch bekannt, dass (sie) mir gestern Nacht die Geldtasche gestohlen haben. Wir waren viele in einem Zimmer und ich hab so einen großen Schlaf gehabt, weil ich zwei Nächte gefahren hab und hab mich gleich niederg´legt. Und wie ich heute aufstehe hab ich kein Geldtascherl. Ich weiss nicht, was ich machen soll. Ich bin ganz verzweifelt. Ich bitte Dich schicke mir etwas.

Mit Gruß und Kuß

Dein trauriger Ludwig

 

 

29.4.1916, Korrespondenzkarte 2

 

Liebe Mizi !                                                                    

 

Ich hab Dir schon gestern schreiben wollen, hab aber noch nicht gewusst, wo ich hin komme. Heute sind wir exakt eingeteilt worden, und gleich wieder zu der1. Wacht-Eskadron. Liebe Mitzi, tu Dich nicht kränken, darüber  kann ich nichts dafür. Ich wär gern da geblieben. Ich hab halt nicht so ein Glück, dass ich länger da bleiben könnt. Es grüßt und küsst Dich Dein liebender Mann Ludwig.   Gute Nacht.

 

30.5.1916, Korrespondenzkarte

 

Liebe Mizi !                                am 30./V.    No.3

 

Vor allem Grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich wieder auf Urlaub fahren werde heute Abend nach Windisch-Feistritz auf 9 Tage. Ich hab gebeten um vier(?) Wochen, hab aber nur 9 Tage bekommen bis 8.Juni, weil ich am 9. aufrüsten muss und am 10 wahrscheinlich ins Feld wieder.   Liebe Mitzi, Du brauchst jetzt derzeit nichts her schreiben, weil ich nicht da bin. Ich werde Dir schon von zuhaus schreiben. Den Korb nehm ich mit hinunter. Sag Du der Tilli und Lini, dass ich nach haus fahre.

 

Es grüßt und küsst Dich Dein Mann.

Den besten Gruß auch an Novak Schwägerin

 

31.5.1916, Korrespondenzkarte

 

Liebe Mitzi                    No.4      Oberfeistritz am 31./V.

 

gebe Dir bekannt, dass ich gestern Abend zuhause angekommen bin. Es sind alle gesund. Liebe Mitzi, heute haben wir bei der Schwester Heu gemäht, ich mit Deinem Vater. Und jetzt hat uns der Regen vertrieben. Liebe Mitzi, mir geht (es) sehr gut zuhause. Zum Essen und zum Trinken hab ich genug. Schade, dass ich nicht für einen Monat zuhause bin. Aber diese 9 Tage werden bald vorüber sein. Du brauchst den Frühweis(?) nichts erzählen, sonst sind mir wieder alle neidig.

 

Jetzt grüße Dich recht herzlich und verbleibe Dein treuer Mann Ludvig

 

Den allerbesten Gruß von Deinem Vater und Mutter sowie von allen Schwestern an Dich und auch an die Ottilie und Lini (von) Rosi  Hermi

 

25.6.1916, Korrespondenzkarte

 

Liebe Mitzi                                        am 25./VI.

 

Im Anfang meines Schreibens grüße (ich) Dich auf das herzlichste und gebe Dir bekannt, dass ich das Geld mit bestem Dank erhalten habe. Liebe Mitzi, was Neues weiß ich Dir jetzt nicht (zu) schreiben. Gesund bin ich Gott sei Dank, so wie ich auch von Dir hoffe. Wann wir weg gehen weiss ich noch nicht heute. (Es) geht die Maschinengewehr-Abteilung  und wir vielleicht nächste Woche.

Ich werde Dir schon schreiben. Es grüßt und küsst Dich Dein treuer Mann Ludvig     

Lebe wohl

 

3.7.1916, Korrespondenzkarte

 

Liebe Mitzi                                   am 3./7.

 

gebe Dir bekannt, dass ich heute ins Feld gehe und das ist so schnell gegangen, dass ich Dir nicht einmal früher hab schreiben können. Also mach Dir nichts draus. Ich werde Dir schon das weitere mitteilen. Mit Gruß und Kuss Dein Mann Ludvig

 

5.7.1916, Korrespondenzkarte

 

Liebe Mitzi                                   am 5./VII

 

Vor allem die besten Grüße und gebe Dir bekannt, dass wir schon in der Nähe der Front sind. Ich bin wohlauf. Nur eine große Hitze ist auf der Bahn. Wann wir ankommen werde ich Dir schon berichten.

 

Es grüßt und küsst Dich herzlich Dein Mann Ludvig. Lebe Wohl.

 

Liebe Mitzi, hast die Karte und Brief wohl erhalten? Ich hab von Dir gar nichts. Ich hab gewartet bevor ich noch weg bin von Marburg. Es grüßt und küsst Dich Dein Wickerl

 

Queraufschrift: Den Besten Gruß an alle von Meindl

 

10.7.1916, Feldpostkarte

 

Liebe Mitzi!                                       am 8./VII

 

Im Anfang meines Schreibens grüße (ich) Dich auf das herzlichste und gebe Dir zu wissen, dass ich glücklich zu meiner Eskadron sowie auch zum gleichen Zug wie früher eingerückt bin.

 

Liebe Mitzi! Du weißt nicht wie ich froh bin, dass ich wieder zu meinen alten Kollegen wieder gekommen bin. Liebe Mitzi! Was neues kann ich Dir jetzt noch nicht schreiben. Ich bin in Galizien und bitte Dich, schreib bald was in Wien neues ist. Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig

 

16.7.1916, Feldpostbrief

 

Liebe Mitzi!                          14./VII  1916   

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich auf das herzlichste und hoffe, dass Dich mein Schreiben in bester Gesundheit antreffen wird, so wie ich Gott sei Dank bin. Liebe Mitzi, gebe Dir auch zu wissen, dass ich gerade Deine Karte erhalten hab. Da glaub ich schon, dass ich Dein´ Brief nicht bekommen kann, weil ich nimmer dort bin. Weißt Mitzl, das ist so schnell gegangen, dass ich mir nicht einmal etwas hätt´ kaufen können. Es war gerade Sonntag und ich bin nach Nandorf (vtl. Neudorf im ehemaligen Gerichtskreis Windisch-Feistritz/ Slovenska Bistrica) um 3 Uhr Nachmittag zu der Tante und wie ich hin komm ist niemand zu Haus´. Sind alle fort. Jetzt bin ich in ein Gasthaus um ein Krügel Bier und auf einmal kommt einer und sagt: Köstenbauer sofort nach Haus´. Ihr geht noch heute Abend weg. Jetzt bin ich halt gleich zu Haus´ (gegangen) und abends sind wir fort. Ich war eh brav (?)

 

Liebe Mitzi, es ist nichts gutes im Feld. Aber lieber bin ich immer im Feld als in der Kaserne, weil ich bin schon zu alt (um) mit den Rekruten zu exerzieren. Ich hab kein´ Freud´ mehr dazu, weil ich bin zur Vaterland-Verteidigung eingerückt, aber nicht (um) in der Kaserne Pferde putzen. Es sind viele, die das gerne tun, aber ich nicht. Liebe Mitzi, den Brief wirst vielleicht nicht kriegen, was ich auf der Fahrt geschrieben hab´, weil ich hab´ nicht gewusst, dass man auf der Fahrt nicht schreiben darf. Das hab´ ich erst erfahren, wie ich den Brief auf gegeben hab´. Liebe Mitzi, hast Du der Mutter schon was geschrieben oder sie Dir? Ich lass Dich schön grüßen. Liebe Mitzi! Was schreiben die Lini und Tilli? Schreiben (sie) Dir etwas? Und das mit der Schwägerin ist sehr schön, was zu Dir gekommen (ist). Oder Du zu ihr.   Schreib mir was Neues ist. Auch in der Fabrik lass´ ich alle grüßen. Sonst weiß ich Dir nichts (zu) schreiben.

 

Es grüßt und küsst Dich recht herzlich Dein Mann Ludvig

 

19.7.1916, Feldpostkarte

 

Liebe Mitzi!                                  am 19./VII

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich auf das herzlichste und teile Dir mit, dass ich Deine Karte dankend erhalten habe. Liebe Mitzi! Es freut mich, dass Du gesund bist so wie auch ich Gott sei Dank. Bei uns ist jetzt ein sehr schlechtes Wetter. Es regnet schon oft Tage und ist auch sehr kalt. Ich hab heute sogar den Pelz angezogen. Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig

 

21.7.1916, Feldpostkarte

 

Liebe Mitzi!                                  21../VII   1916

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und bedanke mich für Deine Karte, was ich erhalten hab. Liebe Mitzi! Da bin ich selbst neugierig, was die Schwägerin machen wird. Wenn sie keinen Posten auf stellen kann, wann sie weg geht. Sei gegrüßt und geküsst von Deinem Mann Ludvig. Viele Grüße an alle.

 

25.7.1916, Brief

 

Liebes Weiberl!                                                                Sonntag 23./VII 

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich auf das herzlichste und gebe Dir bekannt, dass ich Deinen Brief dankend erhalten habe. Liebe Mitzi, gebe Dir auch bekannt, dass ich noch gesund bin, so wie ich auch von Dir hoffe.

 

Liebe Mitzl, Du fragst mich, ob ich noch mein Falti hab. Leider nicht. Er ist noch in Marburg im Spital und wir sind ohne Pferde ins Feld gegangen. bis jetzt hab ich noch kein Pferd, aber der Herr Rittmeister hat uns versprochen, wenn die Pferde vom Spital kommen, so werde(n sie) mit Transport nach kommen. Wenn aber nicht, so werde ich schon da ein´s bekommen. Wenn welche krank oder verwundet werden, dann sind so Pferde übrig. Aber um mein Falti is mir Leid, weil (er) so ein gutes Pferd war. Ich hab ihn wirklich gern gehabt und hab auch gut geschaut auf ihn. Weißt Mitzl, mir geht(s) jetzt auch ganz gut ohne Pferd. Wir sind in einer Ortschaft weit weg von der Eskadron einquartiert. 10 Mann und da müssen wir für die ganzen Pferde Futter mähen und trocknen. Und da kommen mit Wagen immer abholen und bei diesen bin ich Koch. Da sind auch hier nur best. Reiter dabei. Da koch ich für 12 Mann. Da haben wir (es) ganz gut. In der Früh mach ich weißen Kaffee, zu Mittag Fleisch und Suppe. Da koch ich Gerste ein und etwas Erdäpfel und wieder schwarzen Kaffee dazu. Und abends wieder g´röstete Erdäpfel und weißen Kaffee. Milch bekomm ich genug bei die Bauern.

 

Da kostet ein Liter Milch 20 Kreuzer und Erdäpfel 5 Kreuzer per Kilo. Und zwei Eier um 10 Kreuzer. Und Fleisch bekomm´ ich genug. Da kann ich große Portionen machen. Aber nur regnen tut(s) immer jetzt schon 10 Tage. Ich hab mir ein Zelt aufgeschlagen bei der Küche Aber ich koch im Freien. Hab kein Dach und da regnet (es) mit in die Werkstatt. Da geht (es) mir immer schlecht. Alles ist nass, das Holz will nicht brennen.

 

Ich schlaf jetzt schon drei Wochen im Zelt; aber jetzt hab ich noch keine Läus´. Das ist ein Wunder, aber die Seife kostet hier ein Stück eine Krone. Zwei hab ich von Marburg mit genommen. Morgen muss ich wieder waschen, da kannst mir helfen. Jetzt grüßt und küsst Dich recht herzlich Dein Mann Wiekerl.

 

Jetzt bin ich schon drei Wochen Koch. Aber jetzt werden wir bald fertig mit Futter mähen. Dann ist (es) wieder aus.

Noch was Mitzl: ich hab ein kleines Huderl (Hunderl ?) bei mir. Jetzt hab ein Ofen für zehn Tage. Den möcht ich zuhaus (?).

Was wirst Du heute kochen? Auch Fleisch so wie ich? Du kannst Dir schon auch was gutes machen.

 

30.7.1916, Feldpostkarte

 

Liebe Mitzi!                                  am 29./VII

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich auf das herzlichste und bedanke mich für die Karte, was ich erhalten habe. Liebe Mitzi, ich bin gesund und geht mir gut. Heute hab ich gehört, dass am 5. mein Falti (Valet, Pferd ?) kommt. Ich bin schon neugierig. Wenn ich morgen Zeit hab, werde Dir wieder einen Brief schreiben. Hast die zwei bekommen? Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig

 

3.8.1916, Brief

 

Liebe Mitzi!                                                                                        am 2./8.  1916. 

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich viel tausend Mal recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich gesund bin und (es) mir gut geht. Jetzt hab ich gerade ein Heferl gute Milch und Brot hinein gegessen.

 

Liebe Mitzi, gebe Dir auch bekannt, dass ich Deinen Brief dankend erhalten hab. Das freut mich, dass Du die Schwestern gern hast und auch gut vertragst. Weil ich denke mir immer, sonst hast Du auch niemand dort als die zwei. Liebe Mitzi, da(s) muss ich gerade lachen, was die Schwägerin meint, dass uns nichts Gutes wünscht. Sie ist schon unglücklich, sie braucht nimmer(?), aber wir noch nicht.

 

Liebe Mitzi, hast Du gestern wohl was dran gedacht am 1. August ? Jetzt sind (es) gerade zwei Jahre, dass ich eingerückt bin. Gott sei Dank bis jetzt immer glücklich davon gekommen, trotzdem dass ich schon große Strapazen mit gemacht hab. Ich kann nur sagen, mir ist schon schlecht gegangen und auch gut. Wenn einem wieder gut geht, dann vergisst man wieder auf das Schlechte und wenn das noch so lang dauert(e).

 

So muß man das mit Mut und Stolz mitmachen. Es werde noch schwere Tage kommen für uns. Aber vielleicht dauert es nicht mehr lang. Jetzt werde ich mein Schreiben schließen mit viel tausend Grüßen und küssen von Deinem liebenden Mann.

 

Den besten Gruß an alle Bekannten und Verwandten. Es ist schon Zeit zum Kochen gehen. Heute mach ich wieder was Gutes. Komm zu mir! Lebe wohl

 

5.8.1916, Feldpostkarte

 

Liebe Mitzi!                                                                                                 am 4./VIII

 

Vor allem grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich Deinen Brief und Karte dankend erhalten hab. Und teile Dir auch mit, dass ich gesund bin und dass ich von der Kocherei wieder los bin. Wir sind schon wieder fertig mit unser(er) Arbeit. Liebe Mitzi, gebe Dir auch zu wissen, dass ich weg bin vom 4.Zug.   Bin jetzt beim III. Zug und hab wieder (ein) Pferd. Und putz´ ich auch unserem Rechnungs-Unteroffizier sein Pferd. Da geht(s) mir wieder gut. Hab zwei Pferde und ihn. Er ist ein guter Wachtmeister. Da fehlt mir wieder nichts; ich muss Dir sagen, ich bin wohl glücklich im Felde. Jetzt hab ich zwei Jahre mit gemacht. Liebe Mitzi, der Haus-Herr hat es wohl notwendig gehabt zum heiraten. Jetzt wird er wieder die Parteien steigern (Mietzins erhöhen?), sonst kommt er nicht draus.   Jetzt grüße und küsse Dich recht herzlich und verbleibe Dein treuer Mann Ludvig

 

18.8.1916, Feldpostkarte

 

Liebe Mitzi!                                                                                                 am 19./VIII

 

Vor allem die besten Grüße und teile Dir mit, dass ich gesund bin so wie ich auch von Dir hoffe. Liebe Mitzi, wir sind bei der Nacht marschiert und da hab ich mein Pfeife verloren und nicht mehr gefunden. So bitte (ich) Dich, schick mir eine. Aber nicht so eine was so teuer ist. Und ein paar Spitz dazu und ein paar Stückel Seife. Da kann man keine bekommen.

 

Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig.    Auch ein Gruß an Berger

 

28.8.1916, Feldpostbrief

 

Liebe Mitzi!                                                            26./8.            

  

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt dass ich noch gesund bin so wie ich auch von Dir hoffe. Und gebe Dir bekannt, dass ich die Briefpapiere erhalten hab´ so wie auch den Brief, was Du mir geschrieben hast. Weisst Mitzl, ich werde der Schwägerin einmal einen Brief schreiben. Das ist nimmer schön, was sie mit Dir treibt. Das ist nimmer schön von ihr. Aber sie wird schon schauen, bis ich einmal zu Hause komm´. Ich werde ihr schon helfen, sie glaubt sie wird mit Dir machen was sie will. Du schreibst Dich nimmer Halubka, sondern anders.

 

Drum hat sie mit Dir nichts zum schaffen. Schuldig bist ihr nichts und wenn sie was kriegt von Dir so gib ihr was sie zu bekommen hat. Was ist mit dem Steffel? Ist er noch in Budweis oder schon im Feld? Schreibt er nichts zu Dir? Und auch der Franz, ist er noch immer bei seiner Arbeit?

 

Liebe Mitzi, die Tante von Simmering war in Graz, weil (sie) mir zum Namenstag eine Karte geschrieben haben. Jetzt tu nichts mehr zu ihr. Sie hat mir weiters geschrieben nur ein Gruß und auch die Mutter und Onkel und Tante

 

Liebe Mitzi, was ist mit der Tilli und Lini? Sind die schon in Wien? Wenn Du einmal schreibst so schreib seiner (ihnen), dass zuhause große Krankheit ist. Dass schon 20 gestorben sind und 40 im Spital in Marburg sind. Von Franzl die Hannerl ist gestorben und die Schwester Pepi ist auch verkrankt. Und von Kopas die Steffi ist auch gestorben. Ob sie keinen Brief bekommen hat von zuhaus´?                         

 

Liebe Mitzi! ich hab Dir geschrieben, Du sollst mir eine Pfeife schicken. Ich wart schon mit Schmerzen darauf. Es grüßt und küsst Dich tausend Mal Dein Mann Ludvig       

 

Gruß an Herrn Berger

 

 5.9.1916, Korrespondenzkarte

 

Liebe Mitzi!                             am 4./9.

 

Im Anfang meines Scheibens grüße (ich)Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich gesund bin. Und ich bedanke mich für das Pakerl, was Du mir geschickt hast. Das habe ich heute erhalten, aber kein Reider ist nicht dabei, nur die Pfeife allein. Hast Du nicht das ganze geschickt? So kann ich nicht rauchen. Schicken brauchst keines, ich werde schauen, vielleicht bekomm im wo eines. Bei uns sind jetzt große Gefechte. Gestern hat der Banisonal (Feind?) gestürmt, aber (er hat) jedes Mal sauber drauf gezahlt.

Jetzt grüße Dich und  küsse Dich viel tausend Mal und verbleibe Dein treuer Mann Wiekerl

 

Den besten Gruß an Herrn Bager

 

9.9.1916, Feldpostbrief

 

Liebe Mitzi!                          8./9.

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin, so wie ich auch von Dir hoffe. Liebe Mitzi, ich hab gerade wollen schreiben und dabei bekomm ich die Post: ein Brief und Karte. Was hat die Tante alles erzählt? Neues must mir einmal schreiben und was ist mit den Schwestern? Jetzt schreibst mir gar nichts davon. Sind sie schon in Wien oder noch draußen? Ich bin so neugierig. Schreiben tut mir auch keine und von zu Haus auch nichts. Ich hab schon zwei Mal geschrieben nach Feistritz.

 

Liebe Mitzi, ich gebe Dir auch bekannt, dass wir schon 5 Tage in der Stellung sind. Gestern hat der Russ´ 4 Mal angegriffen und jedes Mal haben wir ihn zurück geschlagen. Die erste Eskadron und dritte, vierte und zweite haben große Verluste, die sechste auch. Aber die 5. am wenigsten. Heute um 4 Uhr haben die Russen großartige Liebesgaben erhalten von der Mörserbatterie.

 

Liebe Mitzi, was ist denn mit Feibeis? Ist er noch zu Hause? Und mit Herrn Steffel was schreibt, es geht ihm gut. Ich lass auch den Hinterbichler und den Hansel Zeilinger schön grüßen aus dem Kanonen-Donner.

 

Liebe Mitzi! Die Pfeife raucht ganz gut. Röhrl(?) hab ich mir selber dazu gemacht. Das ist mein einziges, dass ich was zum Rauchen hab. Du glaubst mir nicht wie zornig ich war wie ich die Pfeife verloren hab. Ich hab einem wollen 5 Kronen geben wie auch andere. Hat (sie) mir aber nicht gegeben. (Auch) nicht um 10 Kronen. Jetzt kannst Dir denken, wie mir da war. Jetzt werde ich mein Schreiben schließen mit viel tausend Grüßen und Küssen an Dich und verbleibe Dein treuer Mann Wiekerl.

 

Die besten Grüße an alle Bekannten.    Lebe wohl mein alles

Gruß an Herrn Berger

 

29.9.1916, Feldpostbrief

 

Liebe Mitzi!                                                                     27/ XI   1916

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzliche und gebe Dir bekannt, dass ich noch im Marodenzimmer bin. Aber ich glaub morgen werde ich wieder hinaus gehen. Es ist schon besser. Jetzt kann ich schon wieder essen. Nur in den Ohren tuts mich noch stechen. Liebe Mitzi, gebe Dir auch bekannt, dass ich Dein Paket gestern dankend erhalten hab. Ich denk, jetzt werde ich einmal genug Pfeifen haben. Ich bedank mich sehr dafür. Hast Du schon die Fotografien erhalten, was ich geschickt hab? Der Tante hab ich schon eine geschickt nach Simmering. Jetzt brauchst Du keine mehr schicken, sondern geben.

 

Liebe Mitzi, Du hast mir in Deinem letzten Brief geschrieben, dass Du Dir so schwer tust wegen dem Anstellen um Brot und andere Sachen und (gleichzeitig) arbeiten. Kann Dir das nicht die Frau Novak besorgen, wenn Sie so(wieso) zuhause ist.

 

Liebe Mitzi, gestern sind wieder von Marburg gekommen in Nachschub. Zur I. und III.(Eskadron) hundert Mann, zur II. und IV. hundertzwanzig und zur V. und VI. achtundzwanzig Mann. Also jetzt geht (es) schon wieder. Vielleicht wird bald in Ende sein, damit wir wieder einmal zurückkommen.

 

Liebe Mitzi bei uns ists schon hübsch kalt. Ich muss Dich wieder um etwas bitten: um eine Handschuhe. Wäsche brauchst keine schicken. Es ist schad ums Geld, weil (in) diese warme Wäsche kommen so leicht die Läus´ und sind auch schlecht weg zu bringen. Die Kommiss-Wäsche ist mir am liebsten und die hab ich so genug. Nur Handschuh, sonst nichts. Und weißt was ich noch möchte? Die alte Radfahr-Laterne, die Öllampe. Ich hab mir schon ein paar Mal ´denkt, ich werde Dir schreiben um diese Lampe. Die wäre ganz praktisch. Petroleum bekomm ich bald wo bei die Bauern, aber Kerzen nicht. Es ist so zuwider, wenn man kein Licht hat. Ich hab schon eine elektrische Lampe gekauft. Batterien hab ich auch drei, aber das kommt mir zu teuer immer zu leisten. Drum möchte ich diese Lampe haben. Die kann ich gleich wenn wir bei der Nacht marschieren auf die Packtasche aufhängen damit der Falti (sein Pferd) sehen tut. Sonst fallt er wieder in einen Graben. Also wenn Dir möglich ist, wenn Du kannst in eine Schachtel einpacken so wie jetzt dieses (Paket) war. Das wär ganz gut so ein ??? .

 

Quer fortgesetzt:   Lebe wohl, ich möchte schon wieder auf Urlaub kommen. Es ist aber jetzt nichts mit Urlaub. Bekommt keiner.

 

2.10.1916, Feldpostkarte

 

Liebe Mitzi!                                                                                                 am I/X   1916

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich wieder gesund bin und dass ich Deinen Brief dankend erhalten hab. Liebe Mitzi, das Paket hab ich schon lange erhalten. Ich hab Dir so ein Brief geschrieben; wenn Dir möglich ist wann Du die Handschuh schicken tust, so schick noch zwei kleine Pfeifen mit wie diese war. Werde Dir schon das Geld schicken dafür.   Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig

4.10.1916, Feldpostkarte

 

Liebe Mitzi!                                                                                           am III/X   1916

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin so wie ich auch von Dir hoffe. Liebe Mitzi, ich hab Dir 50 Kronen Geld geschickt. Ich hab mir (bis) jetzt zusammen gespart. Ich brauchs´ nicht. Tu mir ein paar Handschuh kaufen. Aber starke, sonst sind (sie) gleich hin, wann (sie) einmal nass werden. Es grüßt und küsst Dich Dein Mann Ludvig    Gruß an Alle

28.10.1916, Brief

 

Liebste Mitzi!                                                                                    am 27./VIIIII  1916. 

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich noch gesund bin und dass mir gut geht. Nur so ein schlechtes Wetter ist immer. Jetzt wird’s schon drei Wochen, was immer regnet.

 

So viel Kot is schon auf der Straße, das die Radel bereits bis auf die Achse hinein gehen. Ich bin neugierig, wann das einmal aufhört, das Wetter. Ist in Wien auch so ein kaltes Wetter? Da wird der Winter wieder lang. Die Handschuhe was Du mir geschickt hast, sind mir hübsch klein, zu schmal. Ich hab riesig breite Hand. Sie werden nicht lang halten.

 

Liebe Mitzi! Du meinst, dass ich zu die Weihnachten auf Urlaub komm. Ich möchte schon. Ich hab schon in den Kalender geschaut. Es sind drei Feiertage, aber es ist keine Hoffnung, denn ich einen bekomm. Es sind 160 Mann bei der Eskadron. Ein jeder möcht gern fahren. Bis ich an die Reihe komm, das dauert noch lang. Vielleicht zu die Ostern, dass ich an die Reih´ komm. Du wirst hoffentlich die dritten Weihnachten auch allein sein. Das macht nichts, Hauptsache ist, wenn man nur gesund sind. Dann werden wir alles überstehen, wenns noch so schwierig ist. Wir werden schon einmal das Glück haben, zusammen zu kommen.

 

Liebe Mitzi, mir is Leid, dass der Herr Wachtmeister Weigerl nicht bei Dir war. Er hat mir gesagt, wenn er Zeit haben wird, geht (er) zu Dir und dann zur Tilli. Er wird wahrscheinlich zu seiner Rosine gegangen sein. Und dann hat er keine Zeit mehr gehabt zu Dir zu gehen.  Ich bin schon neugierig, wann er zurück kommt, was es zuhause alles Neues gibt. Am 4. wird er zurück  kommen. Da ist die Zeit aus. Dann fahren wieder andere. Da schau ich wieder traurig nach, wann sie auf die Bahn fahren. Da denk ich immer, könnt ich auch mit fahren. Aber man muss sich denken, es wird schon einmal die Zeit kommen, dass ich auch an die Reihe komm.

 

Hast Du schon den Ofen aufgestellt im Zimmer? Den könnt ich auch brauchen in meiner Schupfen, wo ich einquartiert bin. Weißt Mitzl was ich notwendig brauchet: ein Pakel Federweiß. Ich hab ein paar schöne Stiefel bekommen. Die ist aber so schwer an(zu)ziehen, weil sie immer nass sind und da sind sie auf einmal ganz klein geworden. Das schickst mir einmal oder wennst kannst. Jetzt werde ich mein schreiben schließen mit viel tausend Grüßen und Küssen von Deinem treuen und liebenden Mann

 

Die besten Grüße an die Schwestern und Frau Novak und alle Bekannten Und schreib bald wieder    Lebe Wohl

 

Da schicke ich noch eine Karte

 

 

31.10.1916, Feldpostkarte

 

Liebe Mitzi!                                                                                                 am 30/X.

 

gebe Dir zu wissen, dass ich Deine Karte dankend erhalten hab und gebe Dir auch zu wissen, dass ich gesund bin und dass (es) mir gut geht.

Liebe Mitzi, Du schreibst, dass ich auf Urlaub zu Dir Weihnachten kommen soll. Ich möcht schon, aber ich weiß noch nicht was noch alles vorkommt bis dort(hin). Mein Wunsch wäre die Feiertage bei Dir zu verbringen. Jetzt grüße Dich auf das herzlichste und verbleibe Dein Mann

 

Quer dazu geschrieben:             Gruß an alle zusammen

 

8.11.1916, Feldpostkarte

 

Liebe Mitzi!                                       am 7./XI.

 

gebe Dir zu wissen, dass der Herr Kolar glücklich angekommen ist und das mir alles gebracht hat, wie Du geschrieben hast. Ich bedanke mich vielmals dafür. Liebe Mitzi, sei nicht bös darüber, dass ich Dir nur eine Karte schreibe. Ich werde Dir morgen einen Brief schreiben. Ich hab heute wenig Zeit, weil (wir) haben heute Montur gefasst und Inspizierung ist auch morgen. Es grüßt und küsst Dich Dein Ludvig

 

30.11.1916, Feldpostkarte

 

Liebe Mitzi!                                       am 29./XI.

 

Habe Deine Karte erhalten und bitte Dich, schreib mir ob Du das geschenkt hast zu Kader, was ich Dir geschrieben hab. Jetzt hab ich erst eine Karte von Dir erhalten, seit dem was der Herr Kolar dort war. Hast Du keine Zeit zum schreiben? Was macht die Milli? Hat sie schon ein´ Posten? Schreib bald wieder, ich freue mich schon, dass ich wieder einmal nach Hause komm. Es grüßt und küsst Dich Dein Wiekerl.