Briefe 1917

13.1.1917, Brief

 

Liebe Mitzi!                                                                                       den 11/I  1917

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich gesund bin so wie ich auch von Dir hoffe. Liebe Mitzi, wie geht es Dir im neuen Jahr? Mir geht es sonst gut, nur so langweilig ist mir jetzt nach dem Urlaub. Es freut mich gar nichts mehr, meine Gedanken sind immer bei Dir, liebe Mitzi. War der Franzl noch früher bei Dir, bevor er fort ist oder bist Du zu ihm gegangen? Wenn Du einmal zuhause schreibst der Schwester und dem Tschermak, so schreibst ihm dass ich ihn schön grüßen lass und dass ich mich schön bedanke für alles, was er uns alles getan hat. Liebe Mitzi, das Essbesteck hab ich gleich müssen dem Herrn Wachtmeister geben. Er hat mir zehn Kronen dafür gegeben. Jetzt tu ich wieder alle Abend s´Nachtmahl kochen. Heute haben wir Inspizierung gehabt. Jetzt sind wir schon ausgebildet. Nächste Woche gehen wir schon an die Front.   Liebe Mitzi, weisst was ich hab vergessen zuhause? Die Bartbinde. Das macht aber nichts. Wenigstens hab ich eine neue wann ich zuhaus komm. (Nach Haus werd´) ich nicht schon bald wieder kommen.

 

Liebe Mitzi, schreib bald wieder. Ich hab das neue Jahr noch kein Schreiben erhalten von Dir. Jetzt schließe ich mein Schreiben mit viel tausend Grüßen und Küssen und verbleibe Dein innigst geliebter Mann Wiekerl.

 

Lebe wohl mein Alles    bis auf ein glückliches Wiedersehen

 

31.1.1917, Feldpostkarte

 

Liebe Mitzi!                                                                    am 30./ I  1917

 

Im Anfang meines Schreibens grüße Dich recht herzlich und bedanke mich vielmals (für) Dein Brief und Karten. Liebe Mitzi, gebe Dir auch bekannt, dass ich im Spital bin. Ich leide an Gelbsucht. Mach Dir nichts draus, ich werde schon wieder gesund werden. Zu der Eskadron brauchst jetzt nimmer schreiben, nur ins Spital.  Keine Schmerzen hab ich nicht, nur schwach bin ich, weil ich nur Milch bekomm, bis ich besser bin. Weißt, ich bin ganz gelb. Die Augen sind ganz gelb und am ganzen Körper.

 

Es grüßt und küsst Dich Dein Mann. Schreibe bald wieder. Gruß Wickerl(?)

 

2.2.1917, Feldpostkarte

 

Liebe Mitzi                                   am I./II.  1917

 

vor allem grüsse  (ich) Dich recht herzlich und gebe Dir bekannt, dass ich gleich bin. Schmerzen keine, nur schwach. Hast Du alle Karten bekommen, was ich geschrieben hab? Liebe Mitzi, ich hab seitdem ich auf Urlaub war, von Dir zwei Briefe und zwei Karten erhalten. Jetzt wird halt die Post bei der Eskadron sein. Liebe Mitze, hast Du viel geschrieben. Schreib mir bald, damit ich weiss ob Du die Post bekommst oder nicht. Hast Du den Petron (Bertram?) und den Schermak was geschrieben?

 

Lass alle schön grüssen. Jetzt schließe ich mein Schreiben mit viel tausend Grüßen und Küssen und verbleibe Dein Mann Ludvig

 

12.2.1917, Feldpostkarte

 

Liebe Mitzi                                        am Sonntag den 11/II

 

vor allem grüße Dich recht herzlich und bedanke ich mich für Deinen lieben Brief, was ich heute erhalten habe. Liebe Mitzi, Du erbarmst mir, dass Du so um alles Sach´ anstellen musst. Weisst Mizi,

 

Du könntest ja meine Schuhe anziehen, wenn Du Dich anstellen gehst. Da kannst mehr Socken oder Fetzen anzieh´n, damit Dir nicht in die Füße so kalt ist. Mir geht es sonst gut. Nur sehr schwach bin ich, wann ich vom Bett weg geh´. Da bin ich ganz besoffen, muss ich mich immer anhalten. Jetzt grüße Dich und küsse Dich recht herzlich und verbleibe Dein Mann Wiekerl

 

3.12.1917, Feldpostkarte

 

Liebe Mitzi!           

 

Vor allem sende (ich) Dir die herzlichsten Grüße vom fernen Osten und wünsche Dir zu Deinem Namenstag, dass Du gesund bleibst und dass wir bald glücklich und gesundeins(?)sein werden. Gebe Dir auch bekannt, dass ich Deinen Brief erhalten hab. Es ist wohl schad´ um das Geld, was die Schuhe gekostet haben.

 

Es grüßt Dich mehrmals Dein liebender Mann. Gute Nacht, mein Alles!