Ausrüstung und Material

 

Im Folgenden möchten wir anhand von Ausrüstungsgegenständen für Pferd und Reiter die Ausrüstung eines Dragoners um 1900 vorstellen. Es ist unser Ziel, in vielen Belangen auch in der Ausrüstung und Adjustierung unseren historischen Vorbildern nahe zu kommen. Vorrang hat für uns aber die reiterliche Ausbildung, sodass eine (noch) nicht vorhandene perfekte Ausrüstung für uns keinen Grund darstellt jemanden nicht mit reiten zu lassen.

 

Adjustierung

Die Uniform eines Dragoners um 1900 stellt sich folgendermaßen dar:

 

Krapprote Reithose, lichtblauer Waffenrock mit kaisergelben Aufschlägen und weißen Knöpfen. Schwarze Reitstiefel mit Stecksporen sowie Reitstock und Handschuhe gehörten ebenfalls dazu. Als Kopfbedeckung diente den Mannschaften die Lagerkappe, den Offizieren die schwarze Stockkappe. Zur Parade und im Felde wurde der Dragonerhelm getragen, welcher bei den Offizieren besonders aufwendig gestaltet war. Offiziere trugen zudem als Statussymbol eine Kartusche.

 

Im Folgenden einige Bilder zu unseren originalgetreu nachgeschneiderten Uniformen.

Waffen

Die Hauptwaffe der k.u.k. Dragoner war bis in die Anfänge des 1.Weltkrieges der Kavalleriesäbel. Im Wesentlichen kann man Mannschaftsmodelle von Offizierssäbeln unterscheiden, wobei die Körbe der Offiziersmodelle deutlich aufwendiger gestaltet sind.

Da sich die Säbel im Laufe der Zeit immer wieder den Anforderungen anpassten, sind bei uns verschiedenste Modelle in Verwendung. Zumeist handelt es sich um Originale. Je früher die Modelle gefertigt wurden, um so schwerer und robuster sind sie, was sie besonders zum Waffenreiten gut verwenden lässt. Späte Modelle, insbesondere die Repliken, sind vor allem zu Repräsentationszwecken in Verwendung.

Um den Korb der Offizierssäbel wurde das sog. Portepee geschlungen, eine Goldquaste an einem gold-schwarzen Band.

Am Körper befestigt wird der Säbel mit einer Säbelkoppel. Bei den Mannschaftsmodellen lassen wir diese nach historischem Muster fertigen, die aufwendigen Offiziersmodelle sind als Repliken erhältlich.

 

Die Offiziere waren zudem mit einem Revolver oder einer Pistole bewaffnet. Bei Ausrückungen tragen wir aus waffenrechtlichen Gründen natürlich keine Originalwaffen in unseren Holstern. Bei Reitvorführungen verwenden wir herkömmliche Schreckschuss-Revolver, da diese sehr effektvoll eingesetzt werden können ohne die Zuschauer einer Gefahr auszusetzen.

 

Die Mannschaften waren mit einem Karabiner bewaffnet.

Ausrüstung am Pferd

Bei der Ausrüstung der Pferde gilt es mitunter Kompromisse einzugehen. Historischer Perfektionismus darf nicht auf Kosten der Pferde gehen. Darum ist unsere Ausrüstung der Pferde mitunter historisch vielleicht nicht perfekt, aber jedenfalls ein akzeptabler Kompromiss.

 

Zur Zäumung:

Teilweise besitzen wir bereits historisch korrekte Repliken des k.u.k. Kavallerie Zaumzeuges. Dieses erweist sich als äußerst brauchbar und ist auch unter heutigen Gesichtspunkten ein hervorragendes Wanderreitzaumzeug. Mit Kandarre wird nur von jenen Reitern geritten, welche diese auch beherrschen und welche somit dem Pferd nicht schaden.

Einheitlich ist die Verwendung eines Vorderzeugs.

 

Sattel:

Als Sattelunterlage wird bei Ausrückungen eine graue Wolldecke (Woillach) verwendet. Die Sättel selbst sind in der Regel jene, welche die Reiter auch sonst bei ihren Pferden verwenden. Historische k.u.k. Sättel sind eher die Ausnahme, da diese schon damals als sehr unbequem sowohl für Pferd und Reiter bekannt waren.

 

Wenn wir die Pferde an sich betrachten findet sich eine bunte Mischung. Von typisch österreichischen Rassen bis hin zu anderen Warm- und Vollblütern ist alles vorhanden. Teilweise herrscht die Meinung vor, dass bei der Kavallerie die Pferde alle einheitlich und gleichförmig waren. Damit war spätestens zu Kriegsbeginn Schluss und es wurde an Pferden rekrutiert was greifbar war. Von dem her ist unsere bunte Pferdemischung durchaus nicht unkavalleristisch sondern vielmehr ein Querschnitt durch die Pferdemischung bei der Kavallerie um 1917.

Vereins-Gebrauchsuniform

 

Um unsere historisch gefertigten uns recht teuren Uniformen zu schonen, aber auch aus praktikablen Gründen und aufgrund der Sicherheit verwenden wir bei unseren Vereinstrainings und Treffen, sofern es sich nicht um Ausrückungen handelt, eine moderne Vereinsuniform. Diese besteht aus grauer Reithose und olivfärbigem Polo-Shirt mit Vereinsemblem auf dem linken Ärmel. Zu Pferd wird ein Reithelm getragen, teilweise auch ein Protektor. Abgesessen tragen wir die rote Lagerkappe.